Harmony®SX
Nachauflauf-Herbizid mit Blatt- und Bodenwirkung gegen ein- und mehrjährige Unkräuter in Mais, Wiesen- und Weiden
Wirkstoff / Gehalt: 50% Thifensulfuron-methyl)
Formulierung: Wasserlösliches Granulat (SG)
Zulassungs-Nr.: W 7298
Anwendungen (nur für berufliche Anwender):
Feldbau, Mais:
Dosierung: 15 g/ha + 0,5 l/ha Netzmittel (z.B. Gondor)
Anwendung im 2-4 Blatt-Stadium der Unkräuter (BBCH 12-14), Mais max. 8-Blatt-Stadium (BBCH 18). Zur Wirkungsverbesserung mischbar mit 1 l/ha Temsa SC (Mesotrione).
Kultur- und Sortenverträglichkeit:
Nach bisherigen Erfahrungen wird Harmony SX von den meisten Silo- und Körnermaissorten gut vertragen, wenn keine ungünstigen Bedingungen vor, während und nach der Anwendung herrschen.
Unter folgenden Umweltbedingungen kann Harmony SX zu starken Wuchsstörungen des Mais führen:
Die Anwendung von Harmony SX ist aus Verträglichkeitsgründen nicht gestattet: bei kühler, feuchter Witterung, bei Frost, Frostgefahr und in bereits frostgeschädigten Maisbeständen, bei anhaltender Trockenheit, bei Staunässe, unmittelbar nach einer Regenperiode, durch die die Wachsschicht geschwächt ist, solange sich Wasser auf Blättern oder in der Blatttüte befindet, bei Temperaturschwankungen Tag/Nach von über 20°C, bei Temperaturen >25°C und gleichzeitig intensiver Sonneneinstrahlung, bei sich langsam erwärmenden Böden, in Beständen, die unter Nährstoffmangel, Krankheiten oder Schädlingsbefall leiden, im Zuchtgarten, in Inzuchtlinien, in der Staatsmaisvermehrung sowie in Zuckermais.
Maisbestände, die mit Harmony SX behandelt wurden oder werden sollen, dürfen nicht zusätzlich mit einem Insektizid auf der Basis organischer Phosphorsäure-Ester behandelt werden, um Unverträglichkeiten zu vermeiden. Dies gilt für Tankmischungen und Behandlungsfolgen während vier Wochen vor und nach der Anwendung von Harmony SX. Die Anwendung von Harmony SX ist möglich auf Flächen, die vor, während oder nach der Saat mit Insektiziden auf Pyrethorid-, Neonicotinoid oder Carbamat-Wirkstoffbasis behandelt wurden.
Wiesen und Weiden
Dosierung: 45 g/ha (ohne Netzmittel)
Anwendung gegen Blacken ab dem 2. Standjahr bei mehr als 2 Blackenpflanzen pro m2. Behandlung nach dem 2. Schnitt bis im Herbst, solange sich die Blacken in aktiven Wachstum befinden. Zum Zeitpunkt der Anwendung müssen die Blacken genügend Blattmasse entwickelt haben, da der Wirkstoff über die Blätter aufgenommen wird. Empfohlen wird die Anwendung im Herbst (je nach Wärme ab Anfang Oktober). Diese erfasst auch die aufgelaufenen Samenblacken, was die Langzeitwirkung erheblich verbessert. Zu diesem Zeitpunkt ist auch die Klee-Verträglichkeit gut. Wartefrist vor Beweidung / Schnitt: 3 Wochen.
Wirkungsspektrum:
Gut erfasst werden: Ackersenf, Ackerstiefmütterchen, Amarant, Ausfallsonnenblume, Ausfallraps, Ackerminze, Blacken (Alte Stöcke und Sämlinge), Franzosenkraut, Hederich, Hirtentäschel, Hellerkraut, Hohlzahn, Hundspetersilie, Kamille, Kreuzkraut, Taubnesselarten, Vogelknöterich, Windenknöterich
Befriedigend bis ausreichend erfasst werden:
Ausfallkartoffeln, Bingelkraut, Erdrauch, Gänsefuss-Arten, Melde, Zaunwinde, Vogelmiere, Kleine Brennessel, Hahnenfuss, Distel-Arten
Nicht ausreichend erfasst werden:
Ackerwinde, Ehrenpreis-Arten, Klebern, Schwarzer Nachtschatten, Löwenzahn, Gräserarten.
Auflagen:
Liste der unverträglichen Maissorten beachten (siehe oben)! Auf Wiesen und Weiden nicht vor dem 2. Jahr nach der Ansaat einsetzen, da sonst die Gefahr der Kleeschädigung zu gross ist. Nicht einsetzen bei Staunässe, Trockenheit, Nährstoffmangel und bei geschwächten Pflanzenbeständen.
Nach starken Niederschlägen Maiskulturen erst behandeln, wenn sich die Blattwachsschicht wieder gebildet hat (Nach ca. 2 Tagen). Nicht auf nasse Maispflanzen behandeln oder wenn sich noch Wasser in den Blattachseln befindet.
Spe1 - Zum Schutz von Grundwasser Thifensulfuron-methyl-haltige Pflanzenschutzmittel nach einer Anwendung in Getreide nur alle 3 Jahre auf derselben Parzelle einsetzen.
Wiesen und Weiden: SPe3: Zum Schutz von Gewässerorganismen vor den Folgen von Drift eine unbehandelte Pufferzone von 20 m zu Oberflächengewässer einhalten. Diese Distanz kann beim Einsatz von driftreduzierenden Massnahmen gemäss den Weisungen des BLW reduziert werden. SPe3: Zum Schutz von Gewässerorganismen muss das Abschwemmungsrisiko gemäss den Weisungen des BLW um 1 Punkt reduziert werden. Spe3: Zum Schutz von Nichtzielpflanzen vor den Folgen von Drift eine unbehandelte Pufferzone von 20 m zu Biotopen (gemäss Art. 18a und 18b NHG) einhalten. Diese Distanz kann beim Einsatz von driftreduzierenden Massnahmen gemäss den Weisungen des BLW reduziert werden.
Mais: SPe3: Zum Schutz von Nichtzielpflanzen vor den Folgen von Drift eine unbehandelte Pufferzone von 3 m zu Biotopen (gemäss Art. 18a und 18b NHG) einhalten. Diese Distanz kann beim Einsatz von driftreduzierenden Massnahmen gemäss den Weisungen des BLW reduziert werden.
Mischbarkeit: Harmony SX wird in Maiskulturen immer in Tankmischung mit einem Netzmittel (z.B. Gondor) eingesetzt und ist zudem mit Temsa SC oder Successor T mischbar. Zur Blackenbekämpfung im Futterbau wird Harmony SX hingegen ohne Netzmittel und immer alleine eingesetzt.
Nachbau: Nach der Ernte der behandelten Kultur können alle Kulturen nachgebaut werden. Bei vorzeitigen Umbruch kann nur Mais nachgebaut werden.
Richtlinien für IP (ÖLN) und LABEL Produktion beachten.
Witterungseinflüsse: Die Wirkung wird durch Niederschläge nicht beeinträchtigt, wenn diese später als 2 Stunden nach der Behandlung fallen.
Wichtig zu wissen
Breitblättrige Kulturpflanzen (z.B. Rüben, Raps, Leguminosen, Gemüse) sind gegenüber Harmony SX sehr empfindlich. Abdrift oder das Verwehen der Spritzbrühe auf diese Kulturen oder auf Flächen, die für den Anbau solcher Kulturen vorgesehen sind, unbedingt vermeiden. Nach Gebrauch Spritzgerät unbedingt gemäss Etikettentext mit einem Spezialreiniger für Pflanzenschutzgeräte (z.B. Agro-Quick) reinigen. Wenn Herbizide mit gleichem Wirkungsmechanismus über Jahre hinweg auf dem gleichen Feld zum Einsatz kommen, ist eine Selektion von resistenten Biotypen grundsätzlich möglich. Einzelne Biotypen können sich ausbreiten und dominant werden. Eine Resistenzbildung kann durch Produktewechsel oder Tankmischung mit Produkten, die einen anderen Wirkungsmechanismus aufweisen, vermieden werden.