Selektivherbizid für Kartoffeln, Mais, Getreide, Erbsen, Soja, Buschbohnen, Kleegrasmischungen und Luzerne
Wirkstoff / Gehalt: 40,5 % Bentazon (480 g/lt)
Formulierung: Wasserlösliches Konzentrat (SL)
Verpackung: 1 lt Karton 12 x 1 lt 5 lt Karton 4 x 5 lt
Anwendung:
Kartoffeln: 2 lt/ha in 300-600 lt Wasser; auf aufgelaufene Klebern und Unkräuter in fausthohe Kartoffelstauden (nicht höher als 10-15 cm). Optimale Wachstumsbedingungen verbessern die Wirkung. Nicht bei grosser Trockenheit anwenden, nur abgetrocknete, gesunde Bestände (ohne Welke und Rhizoctonia) behandeln. Nach der Behandlung darf es während mindestens 6 Stunden nicht regnen. Bentazon nicht mit anderen Nachauflauf-Herbiziden mischen. Nicht einsetzen nach einer Nachauflaufbehandlung mit Metribuzin. Bei einzelnen Sorten sind phytotoxische Symptome (z. B. vorübergehende Blattverfärbungen) nicht auszuschliessen, was aber unter normalen Bedingungen (gesunde Stauden, ausreichende Wasserversorgung und Kulturdauer) keine Auswirkungen auf den Ertrag hat. Nicht auf die Sorte Nicola einsetzen.
Mais: 2 lt/ha in 300-600 lt Wasser; im 2-4- bis 6-Blattstadium der Unkräuter, Maishöhe 10-20 cm. Bentazon 480 S empfiehlt sich vor allem bei Spätsaaten (keine Nachbauprobleme), vor geplanten Kleeuntersaaten oder als Zweitbehandlung gegen schwer bekämpfbare bzw. atrazinresistente Unkräuter wie Amarant, Melden, Klebern und Kamillen. Mischbar mit 1-2 lt Atrazin / ha.
Getreide: 4 lt/ha in 300-600 lt Wasser ab dem 2-Blattstadium des Getreides und dem 2-4-Blattstadium der Unkräuter; insbesondere gegen Kamillen, Klebern (Labkraut) und Vogelmiere.
Dresch- und Eiweisserbsen: 1,5-2 lt/ha in 300-600 lt Wasser; im Keim- bis 4-Blattstadium der Unkräuter bei einer Erbsenhöhe von 5-10 cm. Bei Bedarf nach 6-10 Tagen wiederholen. Am späten Nachmittag mit niedrigem Druck (ca 5 bar) auf trockene Pflanzen behandeln. Kein MCPB 400 und keine Blattdünger zusetzen. Spezifische Sortenempfindlichkeit mit dem Samenlieferant abklären.
Soja: 2 lt/ha oder 2 Splitbehandlungen mit je 1-1,5 lt/ha im Abstand von 8-10 Tagen als Ergänzungsbehandlung (nach einer Vorauflaufbehandlung) gegen Klebern, Amarant, Hirtentäschel, Senf, Melden, Franzosenkraut, Hühnerdarm und Kamille, im Keim- bis 4 Blattstadium der Unkräuter. Vorauflaufbehandlung mit Zea Star N.
Buschbohnen: 2 Splitbehandlungen mit je 1-1,5 lt/ha im Abstand von 8-10 Tagen gegen einjährige Unkräuter. Anwendung im Nachauflauf.
Kleegrasmischungen, Luzerne: 2 Splitbehandlungen mit je 1-1,5 lt/ha im Abstand von 8-10 Tagen gegen Amarant, Hirtentäschel, Kamille, Melden, Weissen Gänsefuss und andere Unkräuter in Neuanlagen. Blackensämlinge separat mit 4 lt/ha MCPB 400 bekämpfen.
Wartefrist für Weidegang und Schnitt: Milchkühe 3 Wochen, Rinder und Galttiere 2 Wochen.
Wirkungsweise:
Bentazon 480 S ist ein Nachauflaufherbizid mit Kontaktwirkung gegen breitblättrige Unkräuter. Der Wirkstoff hemmt die Photosynthese, indem er den Elektronentransport in den Pflanzenzellen unterbricht und dadurch die CO2-Assimilation stört.
Die beste Wirkung wird erreicht, wenn die Unkräuter bei der Behandlung im Keim- bis max 4-Blattstadium sind. Split-Anwendungen bringen meistens eine bessere Wirkung als eine einmalige Behandlung. Wüchsige Witterung, hohe Luftfeuchtigkeit und Licht begünstigen die Wirkung. Der Zusatz von Netzmittel oder Öl verbessert die Wirkstoffaufnahme und die Wirkung deutlich.
Der Wirkstoff wird im Boden durch Mikroorganismen schnell und vollständig abgebaut. Er wirkt sich nicht negativ auf Bodenlebewesen aus.
Wirkungsspektrum:
Einjährige Unkräuter: Amarant, Franzosenkraut, Hederich, Hellerkraut, Hirtentäschelkraut, Hundspetersilie, Kamille, Klebern (Labkraut), Kreuzkraut, Melde, Senf, Vogelmiere (Hühnerdarm) und Windenknöterich. Mässige Wirkung auf Hohlzahn, Knöterich, Nachtschatten, Ausfallraps und Taubnessel.
Mischbarkeit:
Mischbar mit Atrazin 500 flow, MCPB 400, Pendimethalin 400 und Flüssigdünger.
Wichtige Hinweise:
Nachbau: Nach einer normalen Kulturzeit bestehen keine Einschränkungen in der Fruchtfolge. Bei vorzeitigem Umbruch (Pflügen) sind folgende Kulturen möglich: Getreide, Kartoffeln, Mais, Erbsen, Ackerbohnen, Buschbohnen, Soja, Sonnenblumen, Klee und Luzerne. Nicht möglich ist der Nachbau von Zuckerrüben oder Karotten.